Rödermark wird zum Radfahrerparadies

Vom Rödermark Examiner im PDF herausgegebene Newspaper hier die Textversion.

Rödermark wird zum Radfahrerparadies

Von Adam Rebel-Hitzel • Auf der Bürgerversammlung zum Thema Bauprojekt in der Odenwaldstraße am 30. Oktober in der Kulturhalle wurde auch das Thema „Parkplätze für Besucher und Handwerker“ angespParken im öffentlichen Raum soll verboten werdenrochen. Von Seiten des Rödermärker Magistrates war dazu zu hören, dass die aktuelle Stellplatzordnung der Stadt Rödermark, die 1,6 Parkplätze pro Wohnung fordert, eingehalten würde und damit das Thema erledigt wäre.

Im Nachklang zur Veranstaltung hat der Rödermark Examiner aus sicherer Quelle eine neue Magistratsvorlage erhalten, die ebenfalls das Thema Stellplatzordnung zum Gegenstand hat. Diese soll den städtischen Gremien im nächsten Jahr zur Abstimmung gestellt werden. Laut dieser Vorlage soll das Parken im öffentlichen Raum (z.B. auf Straßen, die Redaktion), auf nicht extra dafür ausgezeichneten Plätzen in ganz Rödermark verboten werden. Im Gegenzug sollen möglichst flächendeckend in jeder Straße farblich abgesetzt Radfahrstreifen ausgewiesen werden – aus Platzgründen in der Regel als Zweiwegeradstreifen.

In seiner Begründung schreibt der Magistrat, dass bei Einhaltung der Stellplatzordnung genügend Parkmöglichkeiten auf den privaten Grundstücken vorhanden seien. Die Stadt könne nicht zweckentfremdete Garagen und Carports dadurch subventionieren, dass sie den begrenzten öffentlichen Raum zum Parken zur Verfügung stellt (Anmerkung: Da diese Passage der Beschlussvorlage so wörtlich vom Fraktionsvorsitzenden von AL/Die Grünen beim Thema Radwegeführung durch Waldacker gefallen ist, geht der Rödermark Examiner davon aus, das die Partei des Bürgermeisters der Initiator dieser Idee ist). Zudem führt die Minimierung parkender Autos zu einer deutlich verbesserten Verkehrssicherheit.

Erlaubt werden soll im gesamten Stadtgebiet nur noch Kurzzeitparken bis 3 min zum Ein- und Aussteigen und zum Be- und entladen. Handwerker und Lieferanten können für 156 € eine Jahresvignette erwerben, die sie von den Parkverboten auf den neuen Radwegen befreit.

Laut der Vorlage soll die Umstellung für Rödermark kostenneutral sein. Für das Aufstellen von rund 850 neuen Parkverbotschildern sowie die farbliche Kennzeichnung von rund 87 km neuen Radwegen im Stadtgebiet werden rund 780.000 € veranschlagt, die vor allem dadurch gegenfinanziert werden sollen, dass Bürger dort, wo es die neue Radwegeführung zulässt, sich von der Stadt einen Parkplatz einzeichnen lassen können und diesen dann pachten können. Für die einmalige Einrichtung soll eine Gebühr von 250 € erhoben werden, die Jahrespacht für den Parkplatz vor der Haustür soll 480 € betragen. Die Verwaltung geht davon aus, dass 600 – 800 Bürger von diesem Angebot Gebrauch machen werden, so dass das neue Modell bereits im 3. Jahr Gewinne abwerfen wird, die vor allem zur Unterhaltung der Radwege verwendet werden sollen.

In einer ersten Stellungnahme gegenüber dem Rödermark Examiner teilte Bürgermeister Roland Kern mit, dass bei sparsamem Haushalten in diesem Bereich mit den Überschusseinnahmen eventuell bereits 2022 die lange geforderten Radwege nach Messel und Rollwald gebaut werden könnten. Im Übrigen entspräche die Vorlage exakt den Forderungen des Klimaschutzkonzeptes, die Radwegeinfrastruktur zu verbessern und die Bevölkerung dazu zu animieren, öfter auf ihr Auto zu verzichten und mehr mit dem Rad zu fahren.

Aus Kreisen der CDU war hinter vorgehaltener Hand zu erfahren, dass man mit der Vorlage nicht ganz glücklich ist und Proteste von einflussreichen Bürgern befürchtet. Man werde aber trotzdem geschlossen zustimmen, um die Zusammenarbeit mit der AL bis zur Wahl von Jörg Rotter zum Bürgermeister nicht zu gefährden. Die Oppositionsparteien SPD, FDP und FWR werden laut ersten spontanen Stellungnahmen diese Vorlage geschlossen ablehnen. FDP-Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger sprach von einem neuen Schildbürgerstreich, den es so nur in Rödermark geben kann: „Wenn das umgesetzt wird, werde ich definitiv aus Rödermark wegziehen.“

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